Kienzlers Kolumne

Kommentare zu Alltäglichem und weniger Alltäglichem

Filme nachdrehen April 20, 2008

Ich habe “Abgedreht” ja leider nicht sehen können, weil ich in der cineastischen Provinz lebe, deshalb habe ich mir selber ein paar Gedanken gemacht, wie man bekannte Filme nachdrehen könnte.

“King Kong” - Onkel Manfred einfach mal ohne Bademantel die Straße runterlaufen lassen, von der Körperbehaarung her müsste es ungefähr hinkommen.

“Casablanca”  - Ich wollte schon immer mal zu einem DJ sagen: “Ich hatte doch gesagt, du sollst dieses Lied nie mehr spielen.”

“Star Wars” -  bei mir wären die Jedi-Ritter noch cooler: Sie könnten inzwischen so gut mit der “Macht” umgehen, dass sie ihre Kämpfe nur noch telepathisch austragen und sich auf zwei Stühlen grübelnd gegenüber sitzen.

“Matrix” - bei mir würde Neo die andere Pille schlucken und so weiterleben wie bisher.

“Ratatouille” - Mit echten Ratten. Einfach im Hausgang gefangen und dann vor laufender Kamera genüßlich verspeist.

“Basic Instinct” - im Sinne des Titels - ohne störende Handlung.

“Und täglich grüßt das Murmeltier” - Ein Murmeltier und ein Kalender -  mehr brauchs nicht.

“Das Boot” - ein Urlaubsvideo.

“Der Pate” - so eine Taufe kann ganz schön spannend sein.

Man könnte auch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, z. B. gleichzeitig “Der Marathon Mann” und “Außer Atem” drehen.

“Stirb langsam” ist doch eigentlich auch nur ein Alternativtitel für “Das Meer in mir”.

Ich geh jetzt raus und genieße das schöne Wetter -  wenn ich mich dabei flme kommt wohl automatisch eine neue Version von “Das Böse unter der Sonne zustande.

 

Die besseren Bücher - Ratgeber April 12, 2008

Gespeichert unter: Essays, Gedanken, Konsumterror — harrykienzler @ 4:47
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Steht gerade auf zeit.de. Die größten Verlage sind nicht solche, die Literatur verlegen, sondern die, die in Ratgebern und so Kram machen. Es scheint also wieder einmal bewiesen zu sein, mit Literatur kann man kein geld verdienen. Mal abgesehen davon, dass einem das eigentlich egal sein kann, so lang man seine Bücher noch bekommt, stelle ich hier ein paar Möglichkeiten vor auch als Literat vom großen Kuchen was abzubekommen:

Schriftsteller müssen nun eben Ratgeber schreiben, hat den Vorteil, dass diese sich bald viel schöner lesen werden:

“Beobachten Sie hingegeben an einen Zustand, der schwebt zwischen Meditation und Raserei wie der Installationsbalken sprunghaft wie ein junges Fohlen seinem Ende entgegenstrebt. Erleben Sie eine Grenzerfahrung, die nur noch übertroffen wird vom euphorischen Glück ihres Endes, das Sie nun neuen Aufgaben anverantwortet. Richten Sie nun die Arbeitsoberfläche ein, die Sie nun bald im Rahmen der Grenzen des Technischen angepasst an ihre ureigensten Bedürfnisse durch den Alltag der Datenverarbeitung begleiten wird, bis auf die vereinzelten der Erwähnung eigentlich lächerlichen Fälle, in denen die Meldung eines Fehlers Sie zwar behindern aber auch der Ehrlichkeit ihres surrenden Freundes versichern wird…”

oder so: (mehr…)

 

Schuhe kaufen November 10, 2007

Gespeichert unter: Geschichten, Konsumterror — harrykienzler @ 1:38
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Ich brauche neue Schuhe. Meine alten haben inzwischen das Loch an der einen Stelle, das jeder meiner Schuhe nach lächerlichen fünf Jahren Tragezeit bekommt und Regen für mich zu einer echten Bedrohung werden lässt. Klar, sagt man da, geh doch einfach Schuhe kaufen! Aber so einfach ist das nicht. Ich wohne in einer kleinen Studentenstadt, in der ordentliche Schuhe ungefähr so leicht zu finden sind wie eine Saftbar in der Sahara.

Meistens läuft der Versuch, Schuhe zu kaufen, hier immer nach dem selben Muster ab: Nach einer langen Phase der Resignation und Verzweiflung beschließt man, nun doch auszuziehen um den Schuhkauf zu wagen, auch wenn die Erfolgsaussichten geringer sind als die von Dieter Bohlen, wenn er sich selber mal bei DSDS zum Casting vorstellen würde. (mehr…)

 

Hochdruckreiniger November 6, 2007

Gespeichert unter: Baustelle, Geschichten, Konsumterror — harrykienzler @ 1:29

Vorgestern schrieb ich hier noch von einem beleuchteten, das den Schlaf in unserer Wohnung unmöglich macht, heute ist leider schon wieder eine neue Form des Anwohnerbashings aufgetreten. Heute mal wieder der Klassiker: Die konsequente akustische Attacke. Kaum wähnten wir uns seit einigen Tagen in der glorreichen Zeit nach der lauten Baustelle, wurde heute unser Frühstück prompt von einem dröhnenden Geräusch unterbrochen. Wahrscheinlich ist irgendwer auf die Idee gekommen, dass sich unsere Gegend besonders gut dazu eignet, nervösen Maschinen ein bisschen Auslauf zu verschaffen, anders kann ich mir diese Anhäufung von Krach einfach nicht mehr erklären. Ein Blick aus dem Fenster offenbarte dann die Quelle der schlechten Kopie des Weltuntergangssounds. Ein Handwerker oder Bauarbeiter oder Verrückter reinigte die gegenüberliegende Wand mit einem Hochdruckreiniger.

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Licht aus! November 4, 2007

Gespeichert unter: Baustelle, Geschichten, Konsumterror — harrykienzler @ 2:30

Die Baustelle bei uns neben dem Haus hat ja inzwischen einem Einkaufszentrum Platz gemacht und ich kann erleichtert mitteilen: Es ist jetzt so ruhig bei uns wie schon lange nicht mehr. Leider ist aber eine neue Form der Belästigung neben dem Lärm aufgetreten: Die superschlauen Leute vom Einkaufszentrum haben nämlich ein Schild aufgehängt, damit man von außen auch gleich erkennt, worum es sich bei dem grauen Kasten handelt.

Ein Schild ist an sich nichts weiter Schlimmes, nur ist dieses Schild leider von innen beleuchtet, es handelt sich also um eine riesige beschriftete Lampe, die die Strahlkraft von circa 15 Supernovas besitzt und nun erbarmungslos durch unsere Fenster scheint. Wir wohnen in einem alten Haus, das den Luxus von dichten Fensterläden nicht kennt und behelfen uns notdürftig mit irgendwelchen Rollos oder Gardinen. Schon vorher war es also in unseren Zimmern nicht besonders dunkel, aber es reichte zumindest um ab einer gewissen Uhrzeit feststellen zu können: Ja, jetzt muss wohl Nacht sein. (mehr…)