Kienzlers Kolumne

Kommentare zu Alltäglichem und weniger Alltäglichem

Ausreden Mai 10, 2008

Gespeichert unter: Gedanken, Politik — harrykienzler @ 11:56
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Auf Siegel Online steht, dass auch Politiker sich gerne mit Ausreden behelfen, wenn sie nicht zur Bundestagssitzung wollen.

Hier noch ein paar Vorschläge:

Ich konnte nicht zur Sitzung kommen

- ich hatte einen wichtigen Termin bei einem diskreten Schweizer Kreditinstitut
(auch für Schüler interessant mit dem Zusatz: Irgendwie muss ich meine Versetzung ja finanzieren)

- Außerirdische haben mich entführt
(der untaugliche Klassiker, auch auf anderen Planeten immer wieder belächelt)

- Mein Wecker ist kaputt
(man muss ja nicht erwähnen, dass man ihn selbst gegen die Wand geworfen hat, sollte aber eine Erklärung dafür finden, warum man auch das Telefon und die Türklingel nicht gehört hat, nur zu sagen: Ach so ja, die sind auch kaputt, entwertet die erste Ausrede etwas)

- Was? Wo hätte ich sein müssen?
(Amnesie vortäuschen. Schwierig wird es, wenn man dann auch noch sagen muss: Was? In welchen Terminkalender habe ich das notiert? Ich meine, was ist ein Terminkalender überhaupt? Und wer sind sie denn? Und wer bin ich?)

- Meine Überzeugung verbietet es mir, zu solchen Sitzungen zu gehen
(Schön, wenn man einfach mal die Wahrheit sagen kann. Abgeordnete sollen ja schließlich ihrem Gewissen folgen und das verbietet hoffentlich, jeden Schwachsinn mitzumachen)

- Ich habe ein absolut reines Gewissen
(Etwas verfrüht in diesem Zusammenhang, kommt erst ein paar Pressekonferenzen später)

- Herr soundso konnte leider nicht zur Sitzung erscheinen, weil er einen Dauertermin auf dem Friedhof hat, bringen Sie mal ihre Kartei auf den neuesten Stand, die trauernde Witwe
(Ups)

- Ich habe Angst vor großen Menschenansammlungen
(Ha! Das ist doch mal ein Argument! Man darf sich nur nicht auf der Party erwischen lassen, die man gerade in einem frisch gemieteten Fußballstadion schmeißt)

 

Mai-Krawalle Mai 2, 2008

Gespeichert unter: Gedanken, Politik — harrykienzler @ 1:07
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Nazis haben einen Zug gekapert. Das ist eine der großen Meldungen zu den sogenannten Mai-Krawallen in Hamburg. Beim Lesen dieser Zeilen frage ich mich aber: Ist das wirklich so etwas Besonderes? Werden Züge nicht viel öfter von Nazis gestürmt? Warum sieht man im Netz so viele Bilder von sogenannten “Linken Chaoten” und nur so wenige von Nazis? Klar. In dem Zug war wahrscheinlich kein Journalist, der etwas hätte fotografieren können. Das ist wohl generell das Problem: Die rechte Gewalt findet eben in einem Alltag statt, der nicht ständig irgendwo festgehalten werden kann. Es ist einfacher ein paar Autonome zu zeigen, die Autos anzünden. Das soll jetzt keine Presseschelte sein, das ist einfach so. Dem folgt aber eine Erkenntnis: rechte Gewalt muss besser dokumentiert werden.

Ich selbst wohne im beschaulichen Südwesten Deutschlands. Hier gibt es auch Nazis. Ihre Masse ist hier aber nicht so groß, dass sie sich trauen könnten öfter zuzuschlagen. Alleine treten sie ja selten auf. Da vergisst man schon mal, dass es so eon Problem überhaupt gibt.

Deshalbsollte man darüber nachdenken, wie man besser informiert über Gewalttaten, die mancherorts völlig normal sind.

Ein dünner Beitrag ist das hier. es reicht kaum zum Appell. Ich habe einfach zu wenig Ahnung, aber die Kommentarfunktion ist offen: Wer Infos hat, kann hier gerne darauf hinmweisen.

 

Filme nachdrehen April 20, 2008

Ich habe “Abgedreht” ja leider nicht sehen können, weil ich in der cineastischen Provinz lebe, deshalb habe ich mir selber ein paar Gedanken gemacht, wie man bekannte Filme nachdrehen könnte.

“King Kong” - Onkel Manfred einfach mal ohne Bademantel die Straße runterlaufen lassen, von der Körperbehaarung her müsste es ungefähr hinkommen.

“Casablanca”  - Ich wollte schon immer mal zu einem DJ sagen: “Ich hatte doch gesagt, du sollst dieses Lied nie mehr spielen.”

“Star Wars” -  bei mir wären die Jedi-Ritter noch cooler: Sie könnten inzwischen so gut mit der “Macht” umgehen, dass sie ihre Kämpfe nur noch telepathisch austragen und sich auf zwei Stühlen grübelnd gegenüber sitzen.

“Matrix” - bei mir würde Neo die andere Pille schlucken und so weiterleben wie bisher.

“Ratatouille” - Mit echten Ratten. Einfach im Hausgang gefangen und dann vor laufender Kamera genüßlich verspeist.

“Basic Instinct” - im Sinne des Titels - ohne störende Handlung.

“Und täglich grüßt das Murmeltier” - Ein Murmeltier und ein Kalender -  mehr brauchs nicht.

“Das Boot” - ein Urlaubsvideo.

“Der Pate” - so eine Taufe kann ganz schön spannend sein.

Man könnte auch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, z. B. gleichzeitig “Der Marathon Mann” und “Außer Atem” drehen.

“Stirb langsam” ist doch eigentlich auch nur ein Alternativtitel für “Das Meer in mir”.

Ich geh jetzt raus und genieße das schöne Wetter -  wenn ich mich dabei flme kommt wohl automatisch eine neue Version von “Das Böse unter der Sonne zustande.

 

Ins Kino gehen ist schwer April 17, 2008

Gespeichert unter: Gedanken — harrykienzler @ 12:16
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Ich lebe in einer kleinen Studentenstadt im Südwesten. Eine meiner liebsten Beschäftigungen ist es, ins Kino zu gehen. Nur wird mir gerade das hier immer besonders schwer gemacht. Denn gerade die Filme, die mich interessieren, werden hier regelmäßig schon nach der ersten Woche abgesetzt oder erst gar nicht gezeigt. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin kein fanatischer Programmkinogänger. Ich habe gar nicht einen so ausgefallenen Geschmack. Nur sehe ich auch gerne mal etwas anderes als kindische Animationsfilme, die angeblich immer wahnsinnig witzig sind, aber eben doch nicht darüber hinwegtäuschen können, dass sie eben kindisch sind. Ich will nicht immer nur Filme über sprechende Fische und Ratten sehen, sondern Filme mit echten Menschen drin, die interessante Dinge erleben und interessant heißt nicht, dass sie sich zum zehnten Mal tollpatschig verlieben und dafür Nachhilfe brauchen oder sich alte Witze erzählen.

Ich verstehe es nicht. Warum setzt man die interessanten Filme immer so schnell wieder ab? Ich wollte “Agedreht” anschauen udn jetzt läuft er nur noch am Wochenende um 23 Uhr. der Film hat zwar nicht die allerbesten Kritiken bekommen, aber ich könnte mir vorstellen, dass er immer noch besser ist als der “Rote Baron”, aber offenbar wollen die Studenten in dieser Stadt solche Filme lieber sehen. Vielleicht kann man sich einfach nichts Anspruchsvolles mehr anschauen, wenn man den ganzen Tag Bücher liest.

So lande ich dann doch immer öfter in der Videothek, wo ich mir die Filme dann Monate später ausleihen kann, aber die sehe ich dann eben nur zu Hause ohne das wohlige Gefühl des dunklen Kinosaales, der mich umfängt wie ein zweiter Mutterleib.

Heute Abend schaue ich mir dann wenigstens “I’m not there” an, der kommt immerhin schon um halb zehn.

Die sollen doch mal die Kinderfilme spät nachts zeigen, da wäre vielleicht auch ich schon in einem Zustand, in dem ich mich mit sprechenden Tieren identifizieren kann.

 

Marilyn-Monroe-Sextape April 15, 2008

Gespeichert unter: Essays, Gedanken, Geschichten — harrykienzler @ 12:33
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Angeblich ist jetzt ein Video aufgetaucht, das Marilyn Monroe und John F. Kennedy beim Sex zeigen soll. Der alte FBI-Chef Hoover wollte das wohl gegen JFK verwenden. Da klingeln natürlich bei jedem Hobby-Verschwörungstheoretiker sofort sämtliche Alarmglocken: JFK? Marilyn? Hoover? FBI? Sofort sprießen die wildesten Assoziationen: Wurde JFK vielleicht doch von er CIA ermordet? Aus Eifersucht? Wäre das nicht ein Motiv, das Hoover zum Verdächtigen macht?

Erinnern wir uns: Hoover hat so ziemlich alles und jeden beschatten lassen. Warum eigentlich? Vordergründig, um irgendwelche Kommunisten zu fassen und Agenten zu enttarnen oder so. Jetzt sieht die Sache doch ganz anders aus: Hoover war eifersüchtig. Auf alles und jeden. Der Mann wollte einfach geliebt werden. Von allen. Das Problem war nur, dass alle anderen jemand anderen liebten. So saß also Hoover vor dem flimmernden Bildschirm und sah sich immer und immer wieder dieses Sex-Tape an und weinte dabei. Er musste sich rächen an den anderen, die ihn nicht liebten. Aber wie? Wie sich an allen anderen rächen? Ganz einfach: Indem man den obersten Repräsentanten der anderen umbringt. So erklärt sich nun endlich das Attentat auf JFK.

Marilyn brachte sich ja dann später um, als sie von Hoover selbst erfuhr, dass er den Weg freigemacht hatte für ihre Liebe.

Zur Sicherheit brachte man dann auch noch Robert Kennedy um, damit er nich auch noch auf die Idee kam, was mit Marily anzufangen.

Witze über den Tod sind meistens schlecht, aber wir müssen der Wahrheit ins Auge sehen: Auch der Chef des FBI hatte eben Gefühle.

Merke: Die beste Verschwörungstheorie ist immer die, die annimmt, dass auch die Verschwörer selbst Anhänger einer Verschwörungstheorie sind.