Kienzlers Kolumne

Kommentare zu Alltäglichem und weniger Alltäglichem

Filme nachdrehen April 20, 2008

Ich habe “Abgedreht” ja leider nicht sehen können, weil ich in der cineastischen Provinz lebe, deshalb habe ich mir selber ein paar Gedanken gemacht, wie man bekannte Filme nachdrehen könnte.

“King Kong” - Onkel Manfred einfach mal ohne Bademantel die Straße runterlaufen lassen, von der Körperbehaarung her müsste es ungefähr hinkommen.

“Casablanca”  - Ich wollte schon immer mal zu einem DJ sagen: “Ich hatte doch gesagt, du sollst dieses Lied nie mehr spielen.”

“Star Wars” -  bei mir wären die Jedi-Ritter noch cooler: Sie könnten inzwischen so gut mit der “Macht” umgehen, dass sie ihre Kämpfe nur noch telepathisch austragen und sich auf zwei Stühlen grübelnd gegenüber sitzen.

“Matrix” - bei mir würde Neo die andere Pille schlucken und so weiterleben wie bisher.

“Ratatouille” - Mit echten Ratten. Einfach im Hausgang gefangen und dann vor laufender Kamera genüßlich verspeist.

“Basic Instinct” - im Sinne des Titels - ohne störende Handlung.

“Und täglich grüßt das Murmeltier” - Ein Murmeltier und ein Kalender -  mehr brauchs nicht.

“Das Boot” - ein Urlaubsvideo.

“Der Pate” - so eine Taufe kann ganz schön spannend sein.

Man könnte auch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, z. B. gleichzeitig “Der Marathon Mann” und “Außer Atem” drehen.

“Stirb langsam” ist doch eigentlich auch nur ein Alternativtitel für “Das Meer in mir”.

Ich geh jetzt raus und genieße das schöne Wetter -  wenn ich mich dabei flme kommt wohl automatisch eine neue Version von “Das Böse unter der Sonne zustande.

 

Bücher, die man auch mal schreiben könnte VII März 12, 2008

Gespeichert unter: Bücher, die man auch mal schreiben könnte — harrykienzler @ 3:28
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Der Anachronist

Ein Künstler-Roman, der im Jahr 2121 spielt und in dessen Zentrum Jochen Sempf steht, ein Künstler, der sich der Aufgabe verschrieben hat, klassische Methoden der Kunst wieder zum leben zu erwecken. Er beginnt damit, seine Exkremente auszustellen, was die Kritiker zunächst als entsetzlich altmodisch ablehnen. gegen Ende des Romans schafft auch er es, sich der neuen Kunst zu öffnen und schafft sein Lebenswerk, das ihn für immer unsterblich machen wird: “Die Arbeitsverweigerung”. Er fährt von Ausstellung zu Ausstellung, wo er von roten Kordeln umgrenzt mit verschränkten Armen beleidigt auf einem Stuhl sitzt, um immer gerade dann, wenn sich einige Leute versammelt haben, um ihn anzustarren, einfach zu verschwinden.

Hämorrhiden

Aufzeichnungen eines Weltmeisters im Pfahlsitzen (mehr…)

 

Bücher, die man auch mal schreiben könnte VI Januar 25, 2008

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Das Telefonbuch

Braucht keiner mehr, höchste Zeit, ein Kunstwerk daraus zu machen!

Schnuffis Tod

Ein Kinderbuch, das Kindern beibringt, den Tod am eigenen Kuscheltier zu erleben. Schnuffi wird von Tommy geköpft. Könnte für Kinder allerdings langweilig sein, weil sie so was eh von sich aus machen.

Der Wüstenwanderer

Ein Abenteuerroman, der durch seine Schlichtheit besticht: “Mann ist das heiß hier und Durst hab ich auch, mal schauen, was hinter der Düne da so abgeht… Mann ist das heiß hier und Durst hab ich auch, mal schauen, was hinter der Düne da so abgeht… Mann ist das heiß hier und Durst hab ich auch, mal schauen, was hinter der Düne da so abgeht… Mann ist das heiß hier und Durst hab ich auch, mal schauen, was hinter der Düne da so abgeht…”

Könnte ich bitte ein Wasser mit Orangenschalen haben?

Ein Roman, der in einer Kneipe spielt. In einer Antialkoholikerkneipe. Lustige Tresendialoge nach dem Motto: “Also ich finde, dein letzter Wortbeitrag war argumentativ nicht so ganz astrein… - Ja, da hast du wohl recht, aber könntest du das noch etwas präziser formulieren?..- Wisst ihr, ich glaube, wir sollten nicht über Dinge reden, von denen wir keine Ahnung haben, schweigen wir doch ein bisschen..”

 

Bücher, die man auch mal schreiben könnte V Januar 21, 2008

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Suspense

Ein Buch, in dem einfach alles spannend ist: “Der Mann, der seit zwei Sunden verzweifelt versuchte, sich an seinen Namen zu erinnern, der ihm die ganze Zeit über schon auf der Zunge lag, sah einen Gegenstand vor sich auf dem Boden liegen. Vorsichtig näherte er sich dem schmutzig weißen Ding, bereit jedem überraschenden Angriff zu begegnen, doch es handelte sich nur um eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe, die allerdings noch glühte! Der Raucher der Kippe konnte also noch nicht lange weg sein, womöglich wartete er schon hinter der nächsten Straßenecke mit einem Hackebeil! Zentimeterweise schob der Suchende seine Füße tastend auf der Straße vorwärts, dabei immer die dunklen Fenster im Blick behaltend, als in einem das Licht anging! Jede Faser seines Körpers anspannend wandte unser Held langsam den Kopf, um den Grund der plötzlichen Illumination zu ergründen, dabei jedoch auch den Weg vor sich nicht aus den Augen lassend, was ihn scheußlich schielen ließ. Das Licht erlosch so schnell wie es angegangen war und auch das gab Grund zur Besorgnis: Wer macht denn so schnell ein Licht an und aus? Seitwärts die Straße entlanggehend, so dass er gleichzeitig das hinter ihm zurückbleibende Fenster und die nahende Straßenecke im Auge hatte, erörtete unser Held weiter das Geheimnis seiner verlorenen Identität: War er ein Geheimagent, den man einer Gehirnwäsche unterzogen hatte? Hatte er vielleicht einfach einen Blumenkübel auf den Kopf bekommen? Er hatte die Ecke erreicht. Seine Angst an den Rand seines Bewusstseins verbannend machte er den entscheidenden Schrit, nur um zu erkennen, dass dort niemand hinter der Ecke stand. Erleichterung mischte sich mit der bangen Frage, wo der Raucher hinverschwunden war und den weiteren schon angesammelten Fragen, wie zu Beispiel: Warum das Auto vorhin so langsam an ihm vorbeigefahren war, woher die Katze gekommen war, die vor zwei Stunden vor ihm über die Straße gelaufen war… (mehr…)

 

Bücher, die man auch mal schreiben könnte IV Januar 14, 2008

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Das Rauchverbot

Eine Gruppe unermüdlicher Tresenhocker kämpft für die Aufhebung des Rauchverbots in ihrer Stammkneipe. Abgesehen von so läppischen Aktionen wie Demonstartionen, Kundgebungen und Unterschriftensammlungen kommen die rauchenden Raecken auch auf ganz exotische Ideen wie einen vorgetäuschten Hungerstreik, den man schon nach einem Jahr wieder abbrechen muss, weil es dann irgendwie unglaubwürdig wird, eine Entführung des vermeintlichen Ordnungsamtschefs, der sich dann als der selbst gerne rauchende Hausmeister herausstellt, mit dessen Hilfe man schließlich sogar den Einbruch in die heiligen Aktenhallen plant, auch wenn keiner so genau weiß, wozu das gut sein soll… Jede dieser Aktionen endet beim einvernehmlichen verbotenen Rauchen in der Stammkneipe, bei dem man sich fürchterlich beschwert, dass man jetzt zum Kriminellen gemacht wird.

Die Eessydo

Die Gegenversion zur Odyssee. Der Held ist ein unglaublich langweiliger grenzdebiler Stubenhocker, der um keinen Preis der Welt das Haus verlassen will, was seine Frau so langsam in den Wahnsinn treibt, die verzweifelt versucht, andere Männer kennenzulernen, aber leider keinen einzigen findet, der sich für Sie interessiert. Die einzige Tochter der beiden hasst ihre Eltern und feiert mit ihren Freunden auf dem Anwesen orgiengleiche Partys, was zumindest der Vater mit Gleichmut erträgt. Das Meer spielt im ganzen Werk nicht die Spur einer Rolle und die Götter intere´ssieren sich für keine einzige Person der Geschichte. Erst kann zum Schluss des Werkes entschließt sich die Mutter, ihren nutzlosen Ehemann zu verlassen und auf Abenteuerfahrt zu gehen. Der Vater bleibt zu Hause sitzen um seine Sorgen einem Schaukelpferd zu erzählen.

Die spannendste Geschichte der Welt

Ein Marketinggag. Das Werk wird gehyped bis zum geht nicht mehr samt aufwühlender Lebensgeschichte des Autors, der bis zum völlig überraschenden Durchbruch ein einsames Leben als Assistenztellerwäscher führte. Als Millionen wartender Fans, die wochenlang vor Buchhandlungen campiert haben, um das Werk endlich in Händen zu halten, die ersten Exemplare erstehen, stellen sie erschüttert fest, dass das ganze Buch nur lauter Seiten voller Firmennamen und Logos enthält, die für viel viel Geld an gute Werbekunden vergeben wurden.