Kienzlers Kolumne

Kommentare zu Alltäglichem und weniger Alltäglichem

Zur Abwechslung mal wieder Bahnstreik März 4, 2008

Gespeichert unter: Bahnstreik, Politik — harrykienzler @ 3:12
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Die Lokführer wollen ab nächsten Montag wohl wieder streiken. Hä??? fragt sich da der aufmerksame Beobachter: Das war doch alles schon in staubtrockenen Tüchern! Spinnen die? Tja, offenbar ist das doch nicht alles so einfach, oder Streiken macht den Lokführern einfach unglaublich viel Spaß. Anstatt dauernd sein Leben in Höchstgeschwindigkeit vergehen zu sehen, steht man nun kontemplativ am Bahnsteig und erträgt die Beschwerden der Pendler mit dem milden Lächeln eines buddhistischen Mönchs.

Genau genommen geht es allerdings gar nicht um alle Lokföhrer, sondern nur um die, die in der GDL organisiert sind. Die GDL sieht nämlich nicht ein, warum sie außer dem normalen Tarifvertrag auch noch einen Grundlagentarifvertrag unterschreiben soll. Dort heißt es, man sähe sich in der Eigenständigkeit als Gewerkschaft bedroht. Wäre ja auch bescheuert, so einen Grundlagenvertrag zu akzepzieren, dann herrschte auf einmal Klarheit und man könnte nicht mehr monatelang verhandeln, um dann einfach doch wieder zu streiken und die Verhandlungen ad absurdum zu führen. (mehr…)

 

Bahnstreikschlichtung steht kurz bevor November 16, 2007

Gespeichert unter: Bahnstreik — harrykienzler @ 1:17
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Ja, schön wärs…

Aber jetzt mal im Ernst, was könnte man machen, um die beiden Streithähne wieder zusammenzubringen?

Wir starten eine Kampagne: Hartmut Mehdorn einer von uns, er weiß, was es heißt, nicht geliebt zu werden. Vielleicht kriegt er ja dann bessere Laune und hat nicht immer diesen verkniffenen Gesichtsausdruck nach dem Motto: Aber ich wollte doch nur eine Spielzeugeisenbahn zu Weihnachten und jetzt muss ich mich schon seit Jahren mit diesem Scheiß rumplagen, Mama!

Vielleicht könnte die GDL ja auch was anderes bestreiken: Die GEZ zum Beispiel oder schlechtes Wetter oder hässliche Gesichtszüge oder das Reisebüro mit dem GDL-Boss Manfred Schnel mal schnell in Kur gefahren ist.

Vielleicht hilft ja auch ein Rollentausch: Mehdorn darf mal selber Lokführer sein und entdeckt dabei einen alten Kindheitstrum wieder und die GDL verhandelt mit sich selber und sieht dann, was finanziell eigentlich wirklich möglich ist.

Die GDL könnte den Streik ja auch ein bisschen als Event verkaufen: Slow down your life oder so ähnlich. Da machen dann ganz viele gestresste Manager mit, die unglaublich viel Geld dafür bezahlen, das kriegt dann Hartmut Mehdorn und die Lokführer kriegen dafür mehr Gehalt…

Ich verstehe auch nicht, warum die immer so todernste Politiker als Schlichter einsetzen, wie wärs denn mal mit ein paar richtigen Pädagogen: So jetzt machen wir erst mal ein schönes Kennenlernspiel, wir werfen uns ein Wolleknäuel zu und sagen unseren Namen. Nein Kinder, nicht den anderen mit dem Wolleknäuel fesseln, nein bitte nicht den anderen mit dem Wolleknäuel erdrosseln,…oh…Ja Herr Mehdorn, du verarbeitest deine Erfahrungen mit deiner Agression in einer hübschen Tonarbeit…Aha, was wird das denn Schönes?….Wie, ein Sarg?…

Wir sollten sie einfach 20 Friedenspfeifen rauchen lassen und ihnen dann unter Hypnose einen Kompromiss diktieren…

 

Bahnstreik! November 14, 2007

Gespeichert unter: Bahnstreik, Gedanken — harrykienzler @ 10:53
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Verdammt, ich hab mal vor einiger Zeit hier ein bisschen über den Bahnstreik geschrieben, da dachte ich noch: Ja klar, das läuft wie immer bei so Streiks heutzutage, die Gewerkschaft macht ihr Angebot, die Arbeitgeber machen ihr Angebot, dann beschimpfen sie sich ein bisschen, die Gewerkschaft droht pro Forma mit Streik und die beiden Parteien treffen sich in der Mitte und das wars dann auch schon wieder.

Aber diesmal ist alles anders. Man fühlt sich um 20, 30 Jahre zurückversetzt, als Streik noch ne richtig heiße Sache war, als Firmenchefs noch zitternd vor ihren Gebäuden standen und schließlich die Streikenden aussperrten und man sich immer freute, wenn es wenigstens keine Verletzten gab und man hatte immer das Gefühl, dass man am Ende des Streiks immer gerade so um zwei Tage an der bevorstehenden Weltrevolution vorbeigeschrammt war. Nur dass diesmal nicht halb Deutschland streikt und sich jeder mit jedem solidarisiert, sondern eine verhältnismäßig kleine Gruppe, die Lokführer, mit denen sich nicht mal die eigenen Kollegen Zugbegleiter immer solidarisieren, sondern auf die Nachfragen der verzweifelten Fahrgäste, wie es denn jetzt weitergehe, meistens auch nur antworten: “Ach, ich hab auch keine Ahnung, was die da treiben” oder so ähnlich. (mehr…)

 

Bahnstreik II Oktober 2, 2007

Gespeichert unter: Bahnstreik, Essays, Gedanken, Konsumterror — harrykienzler @ 9:07

Die Bahn will wieder streiken und das, wo ich gerade morgen nach Berlin fahren muss! Aber alles halb so wild, es geht wohl erst am Freitag los. Da darf man gespannt sein, ob auch diesmal erst nur ein paar Güterzüge stehen bleiben oder ob es gleich richtig zur Sache geht. Ich sehe schon aufgebrachte Bahnkunden zu einem wilden Mob zusammen geballt fäusteschüttelnd vor einem hilflosen Schaffner stehen, dem es in letzter Sekunde doch noch gelingt, die Leute davon zu überzeugen, dass er nur ein Kostüm trägt und die Schaffneruniform Teil einer originellen Performance ist. Vielleicht bleiben aber auch alle ganz ruhig:

- Ach, der Zug kommt zu spät oder gar nicht?

- Ja und, das ist doch normal.

- Was wars denn heute? Selbstmord?

- Nee, nee, Streik.

- Ach, Streik, das ist ja mal was Neues. Streik, so, so. Vielleicht sollten wir auch mal streiken.

- Genau, die von der Bahn ziehen es wenigstens durch!

- Ja, also Pünktlichkeit ist nicht immer ihre Stärke, aber streiken, das können sie!

- Schon toll, die Jungs von der Bahn. Respekt, Respekt.

Am Ende wird das sogar der neue Marketing-Gag schlechthin: Streik! Da solidarisieren sich die Kunden mit den Angestellten, weil sie selber gerne mal wieder streiken würden und alle haben sich lieb, bis auf die die man bestreikt.

 

Bahnstreik August 6, 2007

Gespeichert unter: Bahnstreik, Gedichte, Konsumterror — harrykienzler @ 11:46

Das Wandern ist des Müllers Lust

und des modernen Menschen Frust.

Doch streikt die Bahn, da hilft es nichts,

es naht die Zeit des Zugverzichts.

Wohlan denn auf des Schusters Rappen

werd ich durch die Pampa schlappen,

denn ich sag zum Fahrrad nein

und hab auch keinen Führerschein.

Seht ihr mich durch die Gegend kriechen

und könnt schon meine Füße riechen,

habt Mitleid und ein mildes Wort

für mich und meinen neuen Sport.