Kienzlers Kolumne

Kommentare zu Alltäglichem und weniger Alltäglichem

Mitleid für Roland Koch Januar 31, 2008

Gespeichert unter: Gedanken — harrykienzler @ 1:35
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Der arme Roland Koch. Die Wahl in Hessen hat er verloren, ohne wirklich verloren zu haben, dem Punktestand nach wars ja eher unentschieden. Seine Parteifreunde wollen nichts mehr mir ihm zu tun haben und dann hat er auch noch diese leicht unsympathische Art an sich, die es einem schwer macht, neue Freunde zu finden.

Das mit den Parteifreunden ist schon hart. Die schreiben einen Brief, in dem sie die CDU als neue Immigrationspartei verkaufen wollen und sagen dann aber, dass hätte mit Koch nichts zu tun, auch wenn er ganz offensichtlich die gegensätzliche Meinung vertreten hat. Das ist dann so als ob man eine Beziehung beendet und dann aber sagt, das hätte nichts damit zu tun, dass der Partner frendgegangen sei, man hätte sich ja noch nie richtig verstanden, auch wenn man am Abend vorher noch eng umschlungen auf einer Parkbank gesichtet wurde oder so als ob man einem eine reinhaut, der einen gerade beleidigt hat und dann sagt, das hätte aber nichts damit zu tun, man hätte nur spontan Aggressionen ablassen wollen oder.. na ja, hört sich auf jeden Fall nicht so glaubwürdig an. (mehr…)

 

Cowboy und Indianer II Januar 29, 2008

Gespeichert unter: Geschichten — harrykienzler @ 11:02
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Dachte, ich lasse meinen kleinen Erzähler noch mal in die Prärie aufbrechen:

“Heute wieder so das kleine Stahlross Mr. Threewheels durch die Steppe der Vorstadt geführt, als mir auf einmal ein Stammesgenosse über den Weg läuft! Ein echter kleiner Sioux! Also klar, so echt wie er eben hier im Dorf sein kann. Ich ihn gleich angehauen: Bruder! Was führt dich in diese Einöde, der der weiße Mann gerade das letzte bisschen Leben raubt? Er so: Was? Hä? Bin Timmy, meine Kumpels und ich spielen halt Indianer und so..

Ich ihm gleich erklärt, dass man das nicht spielen kann. Das ist eine Entscheidung fürs Leben! So wie Onkel Jürgen mit der Ledermütze, der auch immer irgendwie von der wichtigsten Entscheidung in seinem Leben spricht. Seit er mit dieser Mütze rumläuft und nicht mehr bei Tante Klara wohnt, redet er immer von irgend so ner Entscheidung und seine Augen glänzen wie der Morgentau.. Auf jeden Fall, ich also erst mal Timmy über seine indianische Identität aufgeklärt und seine Federn ein bisschen geordnet. (mehr…)

 

Fertig! Januar 28, 2008

Gespeichert unter: Gedanken — harrykienzler @ 1:58
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Hab meine Zulassungsarbeit gerade zum Binden gegeben. Bin fertig. In jeglicher Hinsicht. Es war eine verdammt lange Nacht, in der ich natürlich trotzdem nicht alles geschafft habe, was ich mir vorgenommen hatte. Zwischenducrh war ich ehrlich versucht, einfach auf “Löschen” zu klicken. Wenn man seine eigene Arbeit so oft wieder und wieder gelesen hat, gelangt man zwangsläufig zu der Überzeugung, dass es alles Mist ist.

Da sitzt man dann und flucht: Mann, und für die Scheiße hab ich jetzt 4 Monate meiner besten Jahre hergegeben! Ja, ja, ich weiß schon, was ich erzähle, wenn mich die Leute später mal fragen, warum ich auf der Straße lebe: Es hat alles damals mit meiner Zula angefangen!  Zumindest vom Aussehen her würde ich schon jetzt ganz gut als Obdachloser durcgehen. Kein Wunder, wenn man sich monatelang nur noch mit seinem Computer unterhält und den Rest des Lebens und der eigenen Bedürfnisse einfach ignoriert. Wer in der letzten Zeit versucht hat, sich mit mir zu unterhalten, konnte schon froh sein, ein Grunzen als Antwort zu bekommen.

Ein interessantes Phänomen ist dann zu beobachten, wenn man die Arbeit endlich fertig hat. Auf einmal ist man wieder überzeugt davon, ein Meisterwerk geschaffen zu haben. Alles Fluchen verwandelt sich in Jauchzen über die schlichte Schönheit der Welt und man beginnt, sich langsam wieder in einen normalen Menschen zurückzuverwandeln.

Ich geh jetzt erst mal zum Frisör, sonst erkennt mich nämlich niemand mehr, mit dem ich mich jetzt unterhalten könnte und heute abend trinke ich das beste Bier meines bisherigen Lebens…

 

Börsencrash II Januar 26, 2008

Gespeichert unter: Essays, Gedanken — harrykienzler @ 2:33
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Dem Typ, dem vorgeworfen wird die Société Générale in den Ruin getrieben zu haben, wird jetzt nachgesagt, er hätte gigantische Wetten auf den Dax abgeschlossen. Das bestärkt mich in meiner Theorie, dass diese ganze Börsensache nichts anderes als Monopoly für Erwachsene. So schlecht wäre das gar nicht, mein Bruder war in Monopoly früher ein As, vielleicht gehört unserer Familie bald die halbe Weltwirtschaft, wenn ich ihn mal darauf ansetze…

Trotzdem, jetzt mal ganz ernsthaft. Da sitzt einer in seinem Büro und schließt Wetten ab mit dem Vermögen des von ihm verwalteten Unternehmens oder so und wenn es gut genangen wäre, hätte man wahrscheinlich nur gesagt: Na ja, der Mann hat halt seinen Job gemacht. (mehr…)

 

Bücher, die man auch mal schreiben könnte VI Januar 25, 2008

Gespeichert unter: Bücher, die man auch mal schreiben könnte — harrykienzler @ 3:30
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Das Telefonbuch

Braucht keiner mehr, höchste Zeit, ein Kunstwerk daraus zu machen!

Schnuffis Tod

Ein Kinderbuch, das Kindern beibringt, den Tod am eigenen Kuscheltier zu erleben. Schnuffi wird von Tommy geköpft. Könnte für Kinder allerdings langweilig sein, weil sie so was eh von sich aus machen.

Der Wüstenwanderer

Ein Abenteuerroman, der durch seine Schlichtheit besticht: “Mann ist das heiß hier und Durst hab ich auch, mal schauen, was hinter der Düne da so abgeht… Mann ist das heiß hier und Durst hab ich auch, mal schauen, was hinter der Düne da so abgeht… Mann ist das heiß hier und Durst hab ich auch, mal schauen, was hinter der Düne da so abgeht… Mann ist das heiß hier und Durst hab ich auch, mal schauen, was hinter der Düne da so abgeht…”

Könnte ich bitte ein Wasser mit Orangenschalen haben?

Ein Roman, der in einer Kneipe spielt. In einer Antialkoholikerkneipe. Lustige Tresendialoge nach dem Motto: “Also ich finde, dein letzter Wortbeitrag war argumentativ nicht so ganz astrein… - Ja, da hast du wohl recht, aber könntest du das noch etwas präziser formulieren?..- Wisst ihr, ich glaube, wir sollten nicht über Dinge reden, von denen wir keine Ahnung haben, schweigen wir doch ein bisschen..”