Kienzlers Kolumne

Kommentare zu Alltäglichem und weniger Alltäglichem

Ich bin vier! November 30, 2007

Gespeichert unter: Gedanken, Geschichten — harrykienzler @ 1:32
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Ich stand heute morgen an der Bushaltestelle, zu früh, man mag es kaum glauben, wo ich doch sonst fast über meine heraushängende Zunge stolpernd dem fast verpassten Bus hinterherzuhecheln pflege. Ich erwartete also das Gemeinschaftsgefährt mit dem interessanten Geruch, als auch schon ein solches zuckelnd um die Ecke bog. So weit alles Routine, nur war nirgends ersichtlich, um welche Buslinie es sich handelte, weil alle Anzeigetafeln ausgefallen waren, die ein Bus so mit sich rumzuschleppen pflegt, um über die eigene Identität Auskunft zu geben. ”Das ist ja auch mal interessant.” Meinte eine sympathische Dame neben mir mit einem süffisanten Lächeln, das wohl so etwas Originelles heißen sollte wie: “Ha, passiert also doch mal was Ungewöhnliches in dem kleinen Spießerstädtchen hier, oder zumindest etwas, was die ganzen Spießer, von denen ich hier umgeben bin, für ungewöhnlich und unerhört halten, außer dir natürlich, Baby, aber du bist ja auch kein Spießer.” (mehr…)

 

Aufruhr im Land der Elfen November 28, 2007

Gespeichert unter: Geschichten, geschichten aus dem Elfenland — harrykienzler @ 4:02
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Ich hab mal versucht, eine Art Fantasy-Geschichte zu schreiben, ist nur ein erster Versuch, aber lest selbst:  Es war ein wunderschöner Tag im Land der Elfen und Ria, die kleine Silberelfe meinte zu Moni, einer ausgeprägten Kuschelelfe: “Oh, Mann, ich glaub, ich muss kotzen Schwester!” und dann erbrach sie sich so anmutig wie sich nur Elfinnen erbrechen können in den nächsten Plüschblumenbusch. Das war an sich nichts Ungewöhnliches, die meisten Tage begannen damit, dass Ria kotzen musste, aber heute war etwas anders. Moni beschlich nämlich der Verdacht, dass genau in der Zeitspanne ihres Filmrisses letzte Nacht beim munteren Nektarschlürfen irgendetwas Ungewöhnliches passiert war. Da schallte es auch schon durch den Morgentau: “Kinder, Kinder, kommt her, es ist etwas Fürchterliches geschehen!” Das konnte niemand anders als Günni sein, ein ausgeprägter Modeelf, der sich Zeit seines Lebens dieses furchtbar ungestalten Namens schämte, sicher hatte ihm wieder jemand seine Schuhe geklaut… Doch Günnis Aufregung hatte zur Abwechslung tatsächlich mal ganz ernste Gründe. “Der Nektar ist alle!” Das war natürlich ein schwerer Schlag und sofort befand sich das ganze Dorf der Elfen in Aufruhr, denn ein Abend ohne Nektar und eine spritzige Party war für Elfen nicht vorstellbar, Rudi, der Dorfälteste, meinte sogar, erhabe gehört, Elfen würden nach einer Woche ohne Trinkgelage sterben. (mehr…)

 

Halb krank November 27, 2007

Gespeichert unter: Gedanken — harrykienzler @ 4:06
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Ich bin so halb krank. Bin ich eigentlich immer, wenn ich krank bin. Halb krank: Also so krank, dass es zur Erkenntnis, dass man sich was eingefangen hat, schon reicht, aber nicht so weit, dass man gar nichts mehr machen und um Mitleid bettelnd wehleidig im Bett liegen könnte. Manchmal frage ich mich, ob ich mich nicht irgendwie in einen Zustand bringen könnte, in dem ich dann richtig krank werde, also mit die ganze Nacht kotzend auf dem Klo verbringen, oder dort, wohin man es eben noch geschafft hat und wahnsinnigen Fieberträumen, die ich mir nur merken muss, um mal wieder einen tollen ganz abgefahrenen Text schreiben zu können und Auswurf in allen Farben des Regenbogens usw. und dann dafür, dass ich so unglaublich krank bin, eben nur einen Tag krank sein? Sowas müsste die Pharmaindustrie mal erfinden: Den Krankheitsbeschleuniger anstatt dieser komischen Mittelchen, die einen nur kurz wieder fit machen, bis die Krankheit dann noch schlimmer wiederkommt. So halb krank sein ist wirklich bescheuert, man kann eigentlich alles machen, aber eben nur mit halber Beteiligung und einem echt fertigen Gesichtsausdruck. Bei mir endet das meistens damit, dass ich dann doch nichts mache, sondern nur noch rumhänge und ein schlechtes Gewissen bekomme. Doch etwasd machen kann ja auch verhängnisvoll sein, da wird man dann am Ende richtig krank und kann gar nichts mehr machen. Es gibt eigentlich keine Alternativen: Entweder man macht nichts und ist so halb krank oder man macht etwas und wird richtig krank. So langsam habe ich da Gefühl ich war in meinem Leben noch nie wirklich gesund, ich habe immer irgendwas nicht gemacht, was ich hätte machen sollen. Das bedeutet ich befinde mich gerade im Normalzustand und kann aufhören, mir Sorgen zu machen…

 

Montag-Morgen-Collage November 26, 2007

Gespeichert unter: Collagen — harrykienzler @ 11:36
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“Beeindruckendes 4:1″ Da hab ich wohl was verpasst.

 Genug Kaffee für heute.

Aha, die Ampelphase ist neu eingestellt, das wird auch nichts ändern.

Warum bin ich eigentlich immer der, der sich gern auf die Plätze im Bus setzt, auf denen man rückwärts fährt?

Was ist denn ein toller Doppelreim zu hausbacken? Raushacken?

Ach, Scheiß-Routine, hier wollte ich gar nicht hin, muss doch die Formulare abgeben.

Das ging ja schnell, wenn nur alles so einfach wäre. Beamte sind ja auch nur Menschen, schön wenn sie sich auch so verhalten.

Die Plakate dürfen da doch gar nicht hängen! Ja, aber ich krieg immer Ärger wenn ich da was aufhänge, schlechte Welt, ts ts…

Zu dem Thema gibt’s einfach keine Bücher und wenn doch, dann hat die Scheiß-Bibliothek sie nicht.

Das Sodbrennen würde echt für fünf Verdauungen reichen!

Anderes Thema, mehr Bücher, aber alle uralt, ich kopier die jetzt. Hilft ja alles nichts.

Hey, die Sonne! Gibts dich auch noch?

Ich könnte was essen gehen. Krieg ich halt noch mehr Magenprobleme.

Heute setz ich mich mal an nen anderen Tisch, hach wie aufregend! Ja ja man muss seinen langweiligen Alltag nur ein bisschen aufpeppen. Mann, ist das erbärmlich…

Hey Leute, ihr seht alle so intelligent aus.

Muss noch neue Blätter kaufen.

Aha, das Leben ist kein Film mit Doris Day, das muss ja ein tolles Stück sein. Passt irgendwie zu meiner Stimmung.

 

Man muss sich auch mal abschießen November 25, 2007

Gespeichert unter: Gedichte — harrykienzler @ 4:02
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Manchmal muss man sich auch abschießen.

So richtig.

Bloß den Kopf verlieren und damit gegen die Wand rennen, bis der Kopfschmerz das Denken so weit überdeckt, dass man selbst den Kopfschmerz nicht mehr wahrnimmt.

Manchmal muss man sich auch richtig abschießen.

Sich mal nicht selber zusehen bei Dingen, die man gar nicht macht oder sich selber zusehen, bis man sich selbst auslacht.

Manchmal muss man sich richtig abschießen.

Keiner weiß warum und das ist schön, denn auf Wissen kommts dabei nicht an.

Manchmal muss man sich richtig abschießen.

Sich selbst den Pausenpfeil durchs kalte Herzchen jagen und sich mal wie gemütlich gammliges Herbstlaub abstürzend runterkommen sehen.

Manchmal muss man sich richtig abschießen.

Da scheint die Welt am nächsten Morgen grau und voller Dreck und der eigene Kopf ist leer wie ein weiß getünchtes neu beziehbares leeres Altbauzimmer.

Dann kann man endlich neue Möbel kaufen und wenn man Glück hat kommt dann auch mal jemand auf Besuch vorbei.